Unter dem Motto „Mensch.Natur.Gesellschaft. – Ökologisches Engagement für Demokratie & Rechtsstaatlichkeit“ bietet der FÖF e.V. über fünf Jahre Demokratiebildung für junge Erwachsene und pädagogische Fachkräfte an. Gefördert wird das Projekt vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend im Rahmen des Bundesprogramms "Demokratie leben!".

Der FÖF e.V. baut in dem Projekt vor allem auf den Erfahrungen des rheinland-pfälzische Leuchtturm-Projekts „Naturschutz gegen Rechtsextremismus“ auf. Gemeinsam mit der Landeszentrale für Umweltaufklärung Rheinland-Pfalz wurde am 24. und 25. September 2020 mit einer hybriden Fachtagung im Frankfurter Hof in Mainz der Auftakt des Projektes begangen.

Mehr als 60 Vertreter*innen möglicher Kooperationspartner sowie pädagogische Fachkräfte haben vor Ort und digital an der Veranstaltung teilgenommen. Sie konnten sich über das Projekt sowie die geplanten Maßnahmen informieren und in Workshops erste inhaltliche und methodische Eindrücke sammeln.

Auch Michael Tetzlaff, Abteilungsleiter im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, sowie Ulrike Höfken, Ministerin für Umwelt, Energie, Ernährung und Forsten des Landes Rheinland-Pfalz nahmen an der Tagung teil und begrüßten die Teilnehmenden.

„Zunehmender Rechtspopulismus und der Anstieg rechtsextremer Taten in Deutschland zeigen leider, wie notwendig unser gemeinsames Engagement ist. Wir brauchen eine Zivilgesellschaft, die diese Gefahren erkennen und sich dagegenstellen kann. Auch der Natur- und Umweltschutz ist betroffen, er ist für Rechtsextreme ein Thema, mit dem sie insbesondere bei Jugendlichen punkten wollen. Wir haben bereits im Jahr 2011 reagiert und die Initiative „Naturschutz gegen Rechtsextremismus“ gestartet. Wir wollen Naturschutzaktive sensibilisieren und ihnen Argumente an die Hand geben, um gegen rechtsextreme Hetze und für unsere Demokratie einzustehen.“

Ulrike Höfken, Ministerin für Umwelt, Energie, Ernährung und Forsten des Landes Rheinland-Pfalz

Wie im Projekt „Naturschutz gegen Rechtsextremismus“ bezieht auch das Bundesprojekt die Expertise von ausgewiesenen Fachreferent*innen aus den Bereichen politische Bildung, Wissenschaft und Kultur ein. Bis Ende 2024 werden neue Methoden in der pädagogischen Arbeit mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen erprobt. Dirk Hennig, Vorstandsvorsitzender des FÖF e.V., bewertet das Projekt als „Meilenstein unserer Vereinsarbeit für Demokratie und Rechtsstaatlichkeit“. Auch die in den Freiwilligendiensten im Umwelt- und Naturschutz engagierten Jugendlichen sowie jungen Erwachsenen seien zunehmend mit Argumentationsmustern konfrontiert, welche den Rechtsstaat und die Demokratie in Frage stellen. „Die dem FÖF e.V. angeschlossenen Träger werden durch unser Modellprojekt in die Lage versetzt, dem in ihrer pädagogischen Arbeit mit neuen Methoden und Inhalten wirksam zu begegnen“, so Dirk Hennig.

Wissenschaftlich begleitet wird das Projekt von PD. Dr. Nils Franke, einem der der renommiertesten Umwelthistoriker Deutschlands.

„Seit vielen Jahren konstatieren wir eine zunehmende Vereinnahmung von ökologischen Themen durch Rechtspopulisten und Rechtsextremisten. Leider müssen wir feststellen, dass Natur ein zentraler Bestandteil der rechtsextremistischen Ideologie ist.“

PD Dr. Nils M. Franke