Das Online-Seminar bearbeitet die These, dass die sogenannte „Neue Rechte“ derzeit verstärkt versucht, ein eigenes Geschichtskonzept von rechts zu etablieren. Die oft zitierte Forderung einer 180 Grad Wende in der Erinnerungspolitik ist hierbei nur die Spitze des Eisbergs und findet sich sowohl auf parlamentarischer, außerparlamentarischer als auch auf intellektueller Ebene in zahlreichen Debatten auch im vorpolitischen Raum wieder. Das Seminar thematisiert, warum es wichtig ist, sich mit Erinnerungskultur sowie mit historisch-politischer Bildung zu befassen. So werfen wir einen Blick auf die Geschichte der deutschen Erinnerungskultur und auf die damit verbundenen Debatten und Schwierigkeiten von 1945 bis heute. Gemeinsam wollen wir diskutieren, ob die deutsche Erinnerungskultur wirklich als internationale Erfolgsgeschichte bezeichnet werden kann und anhand verschiedener Beispiele die politische Dimension erinnerungskultureller Arbeit auf lokaler, landes- und Bundesebene näher beleuchten. So wird in einer abschließenden Diskussion der Fallbeispiele die politische Dimension von Erinnerungskultur anhand der Instrumentalisierung von Rechtsextremist*innen und Rechtspopulist*innen unerwartet offensichtlich werden.

Referent:

Henry Lewkowitz, M.A. ist Philosoph, Politikwissenschaftler und Historiker und leitete den Erich-Zeigner-Haus e.V., einen Verein für Politische Bildungsarbeit in Leipzig. Neben seiner Tätigkeit als Referent für unterschiedliche Themen der politischen Bildung sowie seinem Publizieren in diesem Bereich arbeitet er derzeit als Projektreferent für den Dachverband der ökologischen Freiwilligendienste in Berlin.

Die Teilnahme an dem Online-Seminar ist kostenlos.